Alte Bekanntschaften, neue Vereine, alte und neue Stärken

Alte Bekanntschaften, neue Vereine, alte und neue Stärken

Am Mittwoch, den 14. September gastierte unsere U-16 in Runde 3 der Oberösterreichischen Nachwuchsliga beim Sportverein Union Edelweiß Linz. Ein Blick auf die letzten Begegnungen der beiden Teams und auch auf den Meisterschaftsbeginn ließ ein Spitzenspiel erwarten. Das dachten sich wohl auch zahlreiche Eltern, Freunde und Freundinnen der Spieler sowie andere Nachwuchs-Kiebitze, sodass die Tribüne am Edelweiß-Sportplatz mit rund 80 Zuschauern außerordentlich gut gefüllt war.

Union Edelweiß hatte erst ein Meisterschaftsspiel in der neuen (Herbst-)Saison bestritten und beim SV Gmunden überlegen mit 8:0 gewonnen. Der LASK wiederum siegte an gleicher Stelle in Runde 1 mit 6:0 und konnte in einem wesentlich schwierigeren Spiel den ATSV Stein – ebenfalls auswärts – mit 4:0 bezwingen. Alle vier Tore fielen dabei erst in der zweiten Spielhälfte.
Nun kam es also zum ersten direkten Aufeinandertreffen zweier Titelaspiranten in der höchsten Nachwuchsliga Oberösterreichs. Die durchaus hohen Erwartungen der Zuseher sollten in den folgenden 90 Spielminuten auch nicht enttäuscht werden.

Von Beginn weg entwickelte sich zunächst ein offener Schlagabtausch mit zahlreichen Offensivaktionen. Bei einer solchen setzte sich nach nur gut drei Minuten Alexander Raffeiner im Strafraum durch und platzierte den Ball zum frühen 0:1 ins kurze Eck. Sofort machten die Gäste weiter Druck auf das Edelweiß-Tor und gingen offensichtlich auf eine sehr frühe Vorentscheidung los. Es ergaben sich auch zwei, drei gute Gelegenheiten, die jedoch ungenützt blieben. In Minute 7 schnappte sich die Nummer 13 der Edel-Weißen, die an diesem Tag allerdings ganz in Rot aufliefen, nur wenige Meter innerhalb der Spielhälfte des LASK die Kugel, schaute kurz auf, riskierte den Schuss – und in hohem Bogen senkte sich der Ball über den sich vergeblich streckenden Torhüter Julian Grabner hinweg zum 1:1 ins Netz .

Daniel Schmalzer, dem dieser Traum-Treffer gelang, ist auch auf schwarz-weißer Seite kein Unbekannter. Von klein auf zerriss er seine ersten Fußballschuhe für unsere Farben und feierte zahlreiche schöne Erfolge mit dem starken 2001-er-Jahrgang. Allerdings musste er dann immer öfter wegen Schmerzen – die vermutlich auf das Wachstum zurückzuführen waren – längere Pausen einlegen und beendete dann vorübergehend seine Karriere überhaupt, um seine Gesundheit nicht zu gefährden. Die Probleme lösten sich dann doch zum Glück in Wohlgefallen auf und die neu erwachte Lust am Fußball lebt Daniel nun bei Edelweiß aus.

Für solche sentimentalen Gedanken hatte nur der Chronist Zeit, die Mannschaft unserer SPG wusste, was sie zu tun hatte und zeigte sofort wieder Präsenz. Keineswegs geschockt vom Ausgleich übernahm sie wieder das Kommando. In Minute 13 strich ein hervorragend angetragener Schuss von der Strafraumgrenze unseres Kapitäns Aaron Volkert nur hauchdünn am Gehäuse vorbei. Die ohnehin unter Druck stehenden Hausherren mussten dann ab der 15. Minute eine zehn minütige numerische Unterlegenheit hinnehmen. Ihr Spieler Sebastian Stan hatte die blaue Karte erhalten, nachdem er den wieselflinken Alexander Raffeiner nur mit einem Foul hatte stoppen können. Nun sahen die Jungs von Trainer Manuel Mayrhofer und dem neuen – schon sehr beliebten – Co-Trainer John Abbah den Zeitpunkt aber endgültig gekommen, wieder in Führung zu gehen. Raffeiner setzte sich auf der linken Seite durch, flankte zur Mitte und Raul Florucz war einen Tick schneller am Ball als sein Gegenspieler und lenkte das Spielgerät sicher ins Tor – 1:2, Minute 17. Wieder stürmten die Schwarz-Weißen unmittelbar nach einem erzielten Tor energisch weiter und diesmal klappte es auch mit dem Doppelpack: Mathias Ablinger verwertete eine schöne Freistoß-Hereingabe seines Bruders Philipp – beides Söhne unseres Nachwuchsleiters Oliver Ablinger – per Kopf zum 1:3. Beinahe hätte er nur wenig später das 1:4 folgen lassen, doch die Stange verhinderte dieses Unterfangen. Dagegen musste auch unsere Mannschaft für zehn Minuten dezimiert spielen.

Muhamed Orascanin hatte einen Gegenspieler zu ungestüm gestoppt. Nun versuchten es die rot gewandeten Burschen ihren schwarz-weißen Kontrahenten gleich zu tun und ebenso reiches Kapital aus der numerischen Überlegenheit zu schlagen. Ihre Nummer 11, Valentin Veselaj, setzte sich auch tatsächlich im Strafraum stark durch, doch sein Schuss strich – wenn auch recht knapp – am Tor vorbei. Bei einer weiteren Chance konnte sich Tormann Julian Grabner mit starker Fußabwehr auszeichnen und den Anschlusstreffer verhindern.

Wäre dieser vielleicht auch in dieser Phase möglich und nicht unverdient gewesen, so wurde die letzte Viertelstunde der ersten Halbzeit zu einer gewaltigen Machtdemonstration in Schwarz-Weiß. Kaum war die Mannschaft wieder komplett, erreichte eine – diesmal von der rechten Seite geschlagene – Flanke von Aaron Volkert exakt den Kopf von Manuel Golser, der sicher einnetzte – 1:4, (31.). Nur zwei Minuten später kam es zur Wiederholung des eben Gesehenen. Um es aber für den geneigten Zuseher etwas attraktiver zu machen, kam die Flanke diesmal wieder von links, Akteur war anstelle von Volkert nun Raffeiner, nur der Torschütze blieb der Gleiche: Manuel Golser mit Köpfchen – 1:5, (33.). Wenig später dachte sich Philipp Ablinger wohl, eine neue Variante eines Treffers würde die Stimmung noch einmal heben und so zirkelte er einen Weitschuss wunderbar ins Kreuzeck. Doch der bisher – aufgrund der Überlegenheit des LASK – bedauernswerte und bei allen Gegentreffern schuldlose Torhüter von Edelweiß, Ben Winkler, hatte etwas gegen ein Tor auf diese Art und Weise.

Mit einer prächtigen Parade verhinderte er katzengewandt das 1:6. Schon in Minute 39 aber war auch der tapfere Hüter wieder chancenlos. Muhamed Orascanin hatte knapp vor der Strafraumgrenze eine blendende Idee, um gleichzeitig einen Zweikampf zu gewinnen und einen Mitspieler bestens zu bedienen. Er überlupfte sein Gegenüber ganz einfach mit einem feien Heber – ja, wenn es immer so einfach wäre, was steckt da nicht alles dahinter an Talent, Training, aber auch Tagesform und Spielglück – und brachte seinen Mitspieler Alexander Raffeiner in eine hervorragende Position, die dieser perfekt ausnützte und zum 1:6 traf.

Für ältere LASK-Fans, Klub-Historie-Verliebte und Statistiker (und jene, die nicht alle Nachwuchs-berichte auf seit1908.at lesen): Alexander ist der Sohn von Andreas Raffeiner, der 1991 und 1992 rund 30 Spiele für unseren schwarz-weißen Herzensklub in der Ersten und Zweiten Division der Bundesliga absolvierte. Er war dabei Mannschaftskollege so mancher unvergessener LASK-Spieler wie Torhüter „Pepi“ Schicklgruber, Legende „Claudio“ Dantlinger oder „Rastelli“ „Ernstl“ Baumeister.

Zurück aber zum Geschehen auf dem Edelweiß-Platz. Noch immer lief die erste Halbzeit und der Ball wie am Schnürchen durch die Reihen der Athletiker, die sich immer wieder durch ihr hervorragendes Antizipieren von Spielsituationen und ihre Kreativität im Erarbeiten von Torchancen auszeichneten. Zunächst konnte sich noch einmal Torhüter Winkler präsentieren, als er im Duell mit seinem früheren Mitspieler im Kinderfußball bei Union Babenberg Linz-Süd und jetzigen LASK-U-16-Kapitän Aaron Volkert, der nach einem gewonnenen Zweikampf im Mittelfeld alleine auf ihn zulief, Sieger blieb. Doch wie es das Schicksal oder besser die Jungs der SPG haben wollte/n – nach einer vergebenen Gelegenheit musste sofort wieder ein Treffer her. Diesen leitete der dritte junge Mann ein, der bei Union Babenberg mit dem Fußball begonnen hatte: Nico Jaksa flankte – zur Abwechslung wieder von rechts – zur Mitte, dort stand Manuel Golser schon bereit und traf – diesmal den Ball per Kopf nicht richtig, was aber auch kein Unglück war, denn hinter ihm wartete Alexander Raffeiner und schoss den Ball kurzerhand wuchtig ins lange Kreuzeck – 1:7 (45.).

Nun endlich hatte die Uhr ein Einsehen und gewährte den Edelweiß-Spielern eine Ruhepause. In dieser sammelten sie tatsächlich neue Kräfte und wehrten sich in der zweiten Hälfte tapfer gegen den übermächtigen Gegner. Gleich nach Wiederanpfiff gelang ihnen durch Hamsa Kuzelj – wie so manch anderer ein ehemaliger LASK-Spieler – der zweite Treffer. Doch schon drei Minuten später stellte Manuel Golser den alten Abstand wieder her. Nach einem schnellen Vorstoß von Alexander Raffeiner und einem feinen Stanglpass sowie einer Intervention des Tormanns war Manuel Golser wieder dort wo er sein musste – 2:8, (50.). Dass er nicht „nur“ dort steht wo es etwas zu erben gibt – was für einen Stürmer alleine ja schon eine herausragende Eigenschaft ist – bewies er wieder nur drei Minuten später. Mit starkem körperlichem Einsatz setzte er sich am linken Strafraumeck gegen die rote Verteidigung durch, lief noch ein paar Schritte und setzte den Ball flach am Torhüter vorbei zum 2:9 in die Maschen – sein viertes Tor an diesem Abend (53.)! In der Folge verflachte die Begegnung nun etwas, zu klar war der Zwischenstand, zu eindeutig an diesem Abend die Rollen verteilt.

Zwei weitere blaue Karten gegen David Prosl und Raul Florucz weisen auf eine weiter engagiert spielenden SPG hin, nicht jedoch auf eine unfaire Partie. Es war eine durchaus fair und mit gegenseitigem Respekt geführte Begegnung, wozu auch der ausgezeichnete junge Schiedsrichter Manuel Undesser und seine beiden korrekten – von den beiden Klubs gestellten – Assistenten an den Linien beitrugen. In Minute 69 erreichten die Jung-Athletiker auch noch das ergebnistechnisch vielleicht letzte Ziel des Abends, die Zweistelligkeit des Sieges. Alexander Raffeiner, der einen hervorragenden Pass aus dem Mittelfeld von Tobias Seyr aufnahm und sicher verwertete, zog mit seinem vierten Treffer mit seinem Kollegen Manuel Golser gleich – 2:10.

Weitere gute, schön herausgespielte Gelegenheiten, etwa von Nico Jaksa oder Muhamed Orascanin, konnten knapp nicht genützt werden und so blieb es den Männern aus der Süd-Stadt vorbehalten, den Schlusspunkt zu setzen. Und das tat – wie könnte es anders sein – nach einer flotten, schönen Kombination wenige Augenblicke vor dem Schlusspfiff mit Dennis Aydin auch ein langjähriger ehemaliger Nachwuchsspieler des LASK. So endete ein – zwar diesmal nicht spannendes, aber höchst unterhaltsames und phasenweise hochklassiges – U-16-Spiel mit einem 10:3 (7:1) – Auswärtssieg unserer schwarz-weißen Jungs!

Stimme des Trainers:

Das Ergebnis ist natürlich toll, aber wir haben noch viel Luft nach oben. Mich stören die 3 Gegentore, wobei man auch sagen muss, dass Edelweiß sehr gute Kicker drinnen hat und dies speziell in der Offensive immer wieder mal aufblitzen ließ. Im Spiel nach Vorne waren wir sehr direkt und zielstrebig, was sich auch an den 10 Toren wiederspiegelt. Die Jungs sind aber ehrgeizig und gewissenhaft genug um zu wissen, dass wir uns auf den Sieg nichts einbilden brauchen und weiterhin hart arbeiten werden. Loben möchte ich an dieser Stelle auch den Schiedsrichter sowie den Gegner, der die Niederlage sehr sportlich nahm. Generell war es, trotz der blauen Karten, ein, wie ich finde, sehr faires Spiel und gute Werbung für den Sport.

Manuel Mayrhofer

Statistik
Oberösterreichische Nachwuchsliga – U-16 Herbstmeisterschaft 2016, Runde 3
Mittwoch, 14. September 2016, 18.30 Uhr, Linz, Sportplatz Union Edelweiß
80 Zuschauer, Schiedsrichter Manuel Undesser
Union Sportverein Edelweiß Linz – SPG LASK / Pasching 3:10 (1:7)
Tore SPG LASK / Pasching: Alexander Raffeiner (3., 39., 45.,69.), Manuel Golser (31., 33., 50., 53.), Raul Florucz (17.), Mathias Ablinger (19.)
Für die SPG LASK / Pasching im Einsatz:
GRABNER Julian, SCHWARZ Samuel; ABLINGER Mathias. ABLINGER Philipp, ALEKSIC Marko, BESNIK Iseni, BRUNNMAYR Lukas, FLORUCZ Raul, GOLSER Manuel, JAKSA Nico, ORASCANIN Mohamed, PROSL David, RAFFEINER Alexander, SEYR Tobias, VOLKERT Aaron.

Quelle zur Statistik: www.fussballoesterreich.at

Bericht für seit1908.at: Günther Waldhör

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