Viele Mythen, eine Geschichte

Die Gründung des Linzer Sport-Club ist Ernst Wengraf zu verdanken, einem Wiener Fußballliebhaber, der sich auch unter anderem für die Gründung des Deutsch-Alpenländischen Fußballverbandes einsetzte. Gemeinsam mit dem Linzer Albert Siems sowie den bekannten Wiener Fußballern Otto Zwicker und Percy Lowe rief man den Linzer Sport-Club ins Leben.1909 LASK

Am 25. Juli 1908 wurde dieser von der k.k. Statthalterei genehmigt und am 12. September 1908 fand die konstituierende Gründungsversammlung statt. Das erste Spiel fand schließlich in Steyr bei einem Sportfest gegen die Wiener Ramblers statt, es endete 0:13. Das zweite Spiel im Oktober 1908 war zugleich das allererste in Linz, gegen die Reservemannschaft der Germania setzte es ein 2:4, Zwicker schoss beide Linzer Tore.

Der Linzer Sport-Club profitierte bald von der Tatsache, dass mehrere österreichische Fußball-Nationalspieler aus Wien ihre Militärzeit beim Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 2 in Linz abdienten und dabei in ihrer Freizeit beim Linzer Fußballverein mitwirkten. Hierzu zählten Ferdinand Swatosch, Johann Studnicka und Richard Kuthan. Zudem konnte bereits früh ein eigener Fußballplatz gefunden werden. Die Wiese gegenüber dem Allgemeinen Krankenhaus wurde hierfür von Heinrich Frank zur Verfügung gestellt. Der Verein konnte so einem geregelten Spielbetrieb nachgehen und bestand vor dem Ersten Weltkrieg in seiner Stammbesetzung mit Karl Liedl im Tor, Unterstab und Horber in der Verteidigung, Stopperl, Gemp und Cisel in der Halvesreihe sowie als Stürmer Pabst, Schenkenfelder, Sturm, Patzelt und Kutin.

Erster Weltkrieg und Zwischenkriegszeit

Während des Ersten Weltkrieges war der Spielbetrieb allerdings zunehmend schwieriger aufrechtzuerhalten. Viele Spieler wurden als Soldaten berufen, aber so wurde auch beispielsweise das Klubhaus als Pferdestall genutzt. Um den Fußballsport in Linz weiter aufrechtzuerhalten schloss der Linzer Sport-Club 1915 eine Kriegssportgemeinschaft mit Germania Linz. So konnt22e noch bis 1916 regelmäßig gespielt werden, da die jüngeren Germaniaspieler erst ein Jahr später einberufen wurden. EineReaktivierung nach Kriegsende war allerdings weder gemeinsam noch als zwei separate Vereine möglich, sodass am 23. Februar 1919 die Vereinsauflösung vom DAFV für den ÖFV zur Kenntnis genommen wurde. In weiterer Folge wurde das dem Verein zur Verfügung gestellte Gelände auch von Heinrich Frank wieder gekündigt. Es wurde in eine Schrebergartensiedlung für die Arbeiter seiner Firma umgewandelt.

Otto Wilhelm Zemann, der von Germania Linz stammte, bemühte sich um einen Fortbestand des Fußballsports in Linz und vermittelte einen größeren Teil seiner ehemaligen Spieler an die neue Fußballsektion des Athletiksportclubs Siegfried, die so bald problemlos ihre Tätigkeit aufnehmen konnte. Es folgte bald die Umbenennung in Linzer Athletik Sportklub und auch heute noch wird das Gründungsjahr des bald darauf in erster Linie Fußball spielenden LASK Linz mit 1908 angeführt, bezogen auf die Wurzeln der Fußballsektion im Linzer Sport-Club.

Den ersten Titelgewinn konnte die Fußballer des LASK 1924 mit dem Gewinn der oberösterreichischen Landesmeisterschaft feiern und damit erstmals den zum damaligen Zeitpunkt bereits vierfachen Meister SK Vorwärts Steyr enttrohnen. Dem LASK gelang es, den Titel auch in den folgenden beiden Saisonen zu gewinnen und er konnte 1926/27 gar alle seine Meisterschaftsspiele siegreich absolvieren. Nachdem sich der Klub 1928 dem SV Urfahr Linz in der Liga geschlagen geben musste, erlebte er unter Trainer Sepp Gurtner bald seine erfolgreichste Ära vor dem Zweiten Weltkrieg. Neben weiteren Siegen in der oberösterreichischen Meisterschaft und dem neu geschaffenen Landescup griffen die Linzer erstmals nach einem nationalen Titel. In der Amateurmeisterschaft 1931 hatte sich der Klub über Lustenau 07 und den SAK 1914 ins Endspiel gespielt, wo der GAK wartete. Nach einem 1:1 in der Steiermark konnte mit einem 2:1-Sieg der Titel auf heimischem Boden fixiert werden. Bereits 1932 erlebte dieses Finale eine Neuauflage, wobei dieses Mal die Grazer jubeln durften, nachdem sie die Endspiele mit 2:0 und 4:2 klar gewannen. Die damals stärksten Spieler der Linzer, Gustl Jordan und Pepi Mayböck schafften den Sprung zum Profi-Fußball und wechselten nach Wien zum FAC beziehungsweise zur Vienna.

Sprung in den Profifussball und Aufstieg zum Double-Gewinner

Während des Zweiten Weltkriegs gelang in der Saison 1938/39 der erste Aufstieg in die Erstklassigkeit. In der Meisterschaft, die damals den Namen Gauliga XVII trug, lief es für den LASK vor allem kriegsbedingt äußerst schlecht. Immer wieder konnte der Klub nur einen Teil seiner eigentlichen Kampfmannschaft aufbieten. Der Linzer ASK stieg mit 0 Punkten ab, das 0:21 gegen die Wiener Austria bildete die höchste Niederlage.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges gelang jedoch unter dem aus russischer Kriegsgefangenschaft zurückgekehrten Trainer Schurl Braun, der einst im legendären Wunderteam spielte, bald der Wiederaufstieg. Nach dem Gewinn der oberösterreichischen Landesmeisterschaft setzte sich der LASK erfolgreich gegen Polizei SV Innsbruck und den Villacher SV in der Relegation 1949/50 zur A-Liga durch und brachte somit erstmals den Profifußball nach Linz. Trotz prominenter Verpflichtungen wie Josef Epp blieb der Linzer ASK im Abstiegskampf, den er zwar mehrere Jahre erfolgreich abwenden konnte,dem er 1953/54 aber schließlich erlag.60:61

Mit dem Wiener Neuzugang Turl Brinek, der vier Jahre zuvor noch in der Weltauswahl stand, gelang aber 1957/58 der Gewinn der B-Liga und der damit verbundene Wiederaufstieg. Unter dem renommierten Trainer Karl Schlechta konnte der LASK auch bald ins Titelrennen eingreifen, 1961/62 wurde der Klub Vizemeister hinter der Wiener Austria, 1963 war im ÖFB-Cup erst im Finale, ebenfalls gegen die Austria, mit 0:1 Schluss. Der große Wurf gelang zwei Jahre später. Unter Trainer František Bufka und Co-Trainer Laszlo Simko fixierten die Linzer mit einem 2:0 gegen die Vienna als erster nicht aus Wien stammender Verein den Gewinn der Meisterschaft und holten sich mit 1:0 und 1:1 gegen den 1. Wiener Neustädter SC auch den ÖFB-Cup und somit das Double. Den Schwarz-Weißen gelang es jedoch nicht, sich an der nationalen Spitze zu behaupten, denn der Klub fand sich bald nur noch im geschlagen Mittelfeld wieder und war erstmals 1971/72 wieder ernsthaft in den Abstiegskampf verwickelt. Dennoch sorgten die Linzer im Cup für positive Schlagzeilen, 1967 und 1970 stand die Mannschaft erneut im Finale, hatte allerdings gegenüber der Wiener Austria (Entscheid durch Münzwurf) und Wacker Innsbruck das Nachsehen.65

Konnte der Klub 1973/74 den Abstieg noch in der Relegationsrunde verhindern, kam letztendlich 1977/78 als Tabellenletzter der Gang in die Zweitklassigkeit. Mit dem Sieg in der 2. Division vor dem SK Austria Klagenfurt gelang der umgehende Wiederaufstieg und bereits im ersten Jahr nach der Rückkehr ins Oberhaus ein dritter Platz. In den folgenden Jahren pendelten die Linzer zwischen Abstiegskampf und UEFA-Cup-Plätze hin und her und konnten Mitte der 80er ihre wohl größten internationalen Erfolge feiern. Bis dato hielt der Klub den unrühmlichen Rekord, im Europapokal bei fünf Teilnahmen jeweils in der ersten Runde gescheitert zu sein, wobei insbesondere das 0:7 gegen Újpest FC schmerzte. 1984 überstand der Klub die erste Runde gegen Östers IF relativ problemlos, scheiterte aber dann an Dundee United. 1985 kam der Linzer LASK ebenfalls über Baník Ostrava in Runde 2 und schlug dort daheim Inter Mailand sensationell durch ein Tor von Johann Gröss 1:0. Auswärts setzte es allerdings ein 0:4, wobei Alessandro Altobelli gleich drei Mal traf. Der UEFA-Cup-Zeit folgte der Abstieg 1988/89 auf dem Fuße, 1993/94 gelang die Rückkehr in die Bundesliga, gemeinsam mit dem Rivalen FC Linz. Der damals 27-jährige LASK-Torhüter Josef Schicklgruber blieb 1241 Minuten (13 Spiele) ohne Gegentor und war somit ausschlaggebend für den Aufstieg.74

Im Jahr 1995 schlitterte der Klub in eine finanzielle Krise, als der Linzer ASK mit einer Schuldenlast von 25 Millionen Schilling zahlungsunfähig wurde. Es wurde am 20. März 1995 Konkurs angemeldet, jedoch gelang es dem Verein im Wege eines Zwangsausgleichs der Liquidierung zu entgehen. Die Gläubiger gaben sich mit der 20-prozentigen Quote zufrieden, sodass der Verein saniert werden konnte. Am 21. Mai 1997 kam es zur hitzig diskutierten und bis heute umstrittenen Fusion mit dem Stadtrivalen und ehemaligen Meister FC Linz zum „LASK Linz“. Zwar nahm der Linzer ASK diesen Namen bereits nach dem Konkurs zum 1. Jänner 1996 an, er wurde bis dahin allerdings kaum verwendet und in den damaligen Medien als sichtbarstes Zeichen des neuen Linzer Großklubs gewertet und popularisiert. Im zehn Tage nach der Fusion stattfindenden obsoleten Meisterschaftsspiel in der vorletzten Runde zwischen dem LASK und dem FC Linz gab man sich kurioserweise eine 0:3-Blöße. In Folge übernahm der LASK einige Spieler des FC Linz. Per Brogeland wurde 1997 als Cheftrainer verpflichtet, und die Mannschaft wurde zahlreich verstärkt, es kam unter anderem Geir Frigård, der darauf hin österreichischer Torschützenkönig wurde. Überschattet wurde die folgende Saison durch den so genannten „Rieger-Skandal“. Der damalige LASK-Linz-Präsident Wolfgang Rieger schlitterte einerseits mit seiner Rieger-Bank in den Konkurs, die finanziellen Verflechtungen mit dem Verein blieben der Öffentlichkeit jedoch verborgen. Durch den Verkauf der Leistungsträger konnte der Verein zwar saniert werden, den baldigen sportlichen Abstieg konnte man allerdings nicht verhindern. In der Saison 1998/99 erreichte man noch das ÖFB-Cup-Finale unter dem Trainer Marinko Koljanin, welches gegen den SK Sturm Graz erst im Elfmeterschießen verloren wurde. Durch den Meistertitel von Sturm Graz war der LASK Linz trotz Niederlage für den UEFA-Cup spielberechtigt, schied aber gleich in der ersten Runde des Bewerbs gegen Steaua Bukarest aus.

In der Saison 2000/2001 stieg der Verein dann schließlich aus der obersten Spielkasse ab und spielte auch in der zweiten Spielkasse lange Zeit keine führende Rolle mehr: Am 13. August 2004 setzte es sogar eine 0:8-Heimniederlage gegen den FC Kärnten. Erst nach mehreren Jahren der Aufbauarbeit, etlichen Trainerexperimenten und Spielen vor nur ein paar hundert Zusehern gelang es, die Schlagzeilen wieder ins Positive umzukehren und den LASK zu einem wirtschaftlichen und sportlichen Aufwärtstrend zu führen. Nachdem man in der Saison 2004/2005 sogar in Abstiegsgefahr geriet, wurden routinierte Spieler wie Ivica Vastić, Ales Ceh, Zeljko Milinovic und Trainer Werner Gregoritsch verpflichtet. 2006 beendete der LASK als klarer Aufstiegsfavorit die Saison als Vizemeister der zweitklassigen Ersten Liga hinter SCR Altach.

2007 schließlich schaffte man mit Trainer Karl Daxbacher endlich den vielumjubelten Aufstieg in die Bundesliga – nach 6 Jahren in der Zweitklassigkeit. Dort konnte man sich auf Anhieb etablieren und wieder um die 10.000 Zuseher zu Heimspielen locken. Die Aufstiegssaison beendete der LASK Linz auf dem 6. Platz, Aufstiegstrainer Karl Daxbacher wechselte daraufhin nach einer Schlammschlacht mit Präsident Reichel bezüglich seines Handschlagvertrags zurück zu seinem Stammverein Austria. Es folgte eine turbulente zweite Saison in der Bundesliga, in der mit Andrej Panadic, Klaus Lindenberger und zuletzt Hans Krankl (für die letzten Spiele) gleich drei Trainer verschlissen wurden. Sportlich war die Saison sehr durchwachsen – bis zum Ende kämpfte man gegen den Abstieg um am Ende auf Platz 7 zu landen. Die wichtigen Oldies Michael Baur und Ivica Vastić beendeten nach Saisonende ihre höchst erfolgreichen Karrieren.

Zur Saison 2009/2010 kam mit Matthias Hamann ein unerfahrener, ehemaliger Spieler als Trainer und Sportdirektor zum LASK. In der Winterpause zerstritt sich Hamann aber mit dem ehemaligen Präsident P.M. Reichel und am 5. Februar 2010, genau eine Woche vor dem Meisterschaftsstart wurde Helmut Kraft als neuer Trainer präsentiert. Die Saison 2009/2010 beendete der LASK abermals im Niemandsland der Tabelle auf dem 7. Platz.

Nach dem Misserfolg in der Herbstsaison löste Georg Zellhofer Kraft als Trainer ab, wurde jedoch nach kurzer Zeit von Walter Schachner abgelöst. Am Ende der Saison 2010/11 musste der LASK schließlich wieder in die zweitklassige Erste Liga absteigen. Der Versuch des sofortigen Wiederaufstiegs in die höchste österreichische Spielklasse misslang.

Am 30. April 2012 wurde dem Verein von der österreichischen Bundesliga die Lizenz für die Saison 2012/13 verweigert.

Zur Saison 2012/13 löste Karl Daxbacher Walter Schachner als Trainer des LASK ab. Daxbacher war schon 2006 bis 2008 Trainer des LASK und hatte sich damals im Streit mit Präsident Reichel vom LASK getrennt. Der LASK wurde in der Saison 2012/13 Meister der Regionalliga Mitte und qualifizierte sich damit für die Relegationsspiele gegen den FC Liefering, Meister der Regionalliga West. Der oberösterreichische Traditionsklub war aber gegen die von Red Bull gesponserten Lieferinger völlig chancenlos und verlor das Auswärtsspiel in Salzburg mit 0:2 und das Heimspiel gar mit 0:3. Damit wurde der Wiederaufstieg in die Erste Liga verfehlt. Da gleichzeitig der Lokalrivale Blau-Weiß Linz aus der Ersten Liga absteigen musste, ist in der Saison 2013/14 erstmals seit der Gründung der österreichischen Bundesliga im Jahr 1974 die Stadt Linz mit keinem Klub in den obersten zwei Fußballligen des Landes vertreten.

Neuübernahme im Dezember 2013

Im Dezember 2013 übernahm nach einer außerordentlichen Vollversammlung die Investorengruppe „Freunde des LASK“ um den neuen Präsidenten Wolf-Dieter Holzhey den Verein.

In der Rückrunde der Regionalliga-Saison 2013/14 gelang erneut der Meistertitel und somit die Qualifikation für die Relegation gegen den Neunten der Ersten Liga den SC-ESV Parndorf 1919. Dort setzte man sich auswärts mit 1:0 durch, im Heimspiel gelang vor 10.000 begeisterten Zuschauern ein 1:1, womit der Wiedereinstieg in den Profifußball gelungen war. Die LASK 1b Mannschaft erreichte mit der Spielgemeinschaft ASKÖ Linz Zöhrdorf den Meistertitel der 2.Klasse Mitte ohne einen Punkt abzugeben, dies gelang als einziges Team in Österreich!

Der LASK ist zurück!

Mit einer breiten wirtschaftlichen Basis und den Fans im Rücken soll an die Erfolge der Vergangenheit angeknüpft werden. Ziel ist es in den nächsten Jahren mit guten Talenten wieder ein erstes Wort mitreden zu können in Österreichs Fussball-Landschaft.

 Aktuell spielt man 2014/2015 in der SkyGo Erste Liga.