
28.4.2026
Der letzte Cup-Titel „is vü z'lang her“
„Linz ist wieder hungrig“: Beinahe stündlich wächst die Vorfreude auf das Cup-Finale am Freitag gegen den SCR Altach und wird in der gesamten Stadt spürbar. 61 Jahre liegt der bislang einzige Triumph des LASK in diesem Bewerb bereits zurück. Grund genug, um noch einmal in das historische Jahr 1965 zurückzublicken.
Als der LASK in der ersten ÖFB-Cup-Runde am 15. August 1964 im Linzer Stadion auf den damaligen Regionalligisten SV Stickstoff traf, ahnte wohl niemand, welch historisches Ausmaß die neue Saison annehmen sollte. Der Gang in die Verlängerung, in der Ferdinand Zechmeister den 3:2-Siegtreffer markierte, trug nicht unbedingt zur Aufnahme in den engsten Favoritenkreis bei, ebenso wenig der verpatzte Saisonstart in der Liga mit zwei Niederlagen gegen Admira Wien und Wiener Neustadt.
Souveräner gestalteten die Athletiker das Achtelfinalmatch vier Tage vor Weihnachten gegen Austria Klagenfurt. Gyula Szabo per Doppelpack und Chico markierten den souveränen 3:0-Erfolg, der jedoch an der bereits feststehenden Trennung von Trainer Karl Schlechta nichts mehr änderte. Im Viertelfinale saß der spätere Doublesieger-Trainer Frantisek Bufka auf der Bank - und sah in der Grazer Gruabn einen Nervenkrimi, in dem Kapitän Rudolf „Cäsar“ Sabetzer im Finish seine Mannschaft mit dem 3:3 in die Verlängerung rettete. Weil dort keine weiteren Treffer fielen und damals kein Elfmeterschießen vorgesehen war, trafen die beiden Teams im Wiederholungsspiel am LASK-Platz erneut aufeinander. Dort behielten die Linzer klar mit 3:0 die Oberhand.
„Vor der Saison war es nicht abzusehen, dass wir Rapid oder die Austria ärgern könnten, das war undenkbar“, erinnert sich „Stopper“ Manfred Pichler. Doch das Blatt wendete sich. Als am 17. Juni auch noch das Semifinale gegen Admira Wien mit 2:1 gewonnen wurde, schien der anfangs surreale Traum langsam näher zu rücken. Erst recht, als der LASK vier Tage nach dem 4:0 in der Liga über den GAK das Final-Hinspiel in Wiener Neustadt mit 1:0 für sich entschied: Chico ließ die Schwarz-Weißen in Minute 89 jubeln. „Wir haben einen Lauf bekommen“, erzählt Pichler. Plötzlich war sogar das Double möglich, das Rückspiel im Cup-Finale stieg am 26. Juni bei brütender Hitze vor 8.000 Fans am alten LASK-Platz an der Paul-Hahn-Straße. Das Unterfangen erster Titel der Vereinsgeschichte erwies sich als Zitterpartie, nachdem die Neustädter die frühe Führung von Franz Viehböck egalisiert hatten. Doch die Mannschaft von Coach Bufka brachte das Unentschieden über die Zeit - und der LASK krönte sich als erstes Team außerhalb Wiens zum Cupsieger!
Dass davon 61 Jahre später noch gesprochen wird, zeichnete sich anno dazumal nicht ab. Die Feierlichkeiten fielen schaumgebremst aus, erst der geschichtsträchtige Doublegewinn auf der Hohen Warte gegen die Vienna sollte das ändern und alle Dämme brechen. „Allen war die Tragweite des Erfolges zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht so bewusst. Das ist erst eine Woche später beim Gewinn des Meistertitels gekommen, als wir von zehntausenden Menschen auf der Landstraße gefeiert wurden“, sagte Dolfi Blutsch später in einem Interview. Die Tragweite eines möglichen Triumphes am kommenden Freitag würde hingegen niemand mehr infrage stellen. Dafür ist der letzte Titel einfach schon „vü z'lang her“.

Manfred Pichler war fester Bestandteil des historischen 65er-Teams.
Der Weg zum Cupsieg 1965
1. Runde:
SV Stickstoff Linz - LASK 2:3 n.V. (2:2, 1:1)
Linzer Stadion, 7.000, SR Hameter
Tore: 0:1 Rihs (15.), 1:1 Schmid (33.), 1:2 Kozlicek (50.), 2:2 Payer (86.), 2:3 Zechmeister (109.)
Aufstellung LASK: Harreither (46. Kitzmüller); Trubrig, Linossi, Szabo, Blutsch, Sturmberger, Viehböck, Chico, Köglberger, Kozlicek, Zechmeister; TR: Schlechta
Achtelfinale:
LASK - SK Austria Klagenfurt 3:0 (2:0)
LASK-Platz, 1.500, SR Niesner
Tore: 1:0 Szabo (5.), 2:0 Chico (44.), 3:0 Szabo (88.)
Aufstellung LASK: Harreither; Trubrig, Pichler, Kozlicek, Blutsch, Sturmberger, Liposinovic, Chico, Zechmeister, Szabo, Viehböck; TR: Schlechta
Viertelfinale - Spiel 1:
SK Sturm Graz - LASK 3:3 n.V. (3:3, 1:2)
Gruabn, 4.500, SR Benesch
Tore: 1:0 Reisinger (10.), 1:1 Viehböck (31.), 1:2 Chico (36.), 2:2 Medle (49.), 3:2 Medle (50.), 3:3 Sabetzer (84.)
Aufstellung LASK: Kitzmüller; Trubrig, Pichler, Szabo, Blutsch, Sturmberger, Liposinovic, Chico, Kozlicek, Sabetzer, Viehböck; TR: Bufka
Viertelfinale - Wiederholungsspiel:
LASK - SK Sturm Graz 3:0 (2:0)
LASK-Platz, 2.500, SR Babauczek
Tore: 1:0 Sabetzer (22.), 2:0 Viehböck (41.), 3:0 Kondert (66.)
Aufstellung LASK: Kitzmüller, Trubrig, Pichler, Szabo, Blutsch, Kozlicek, Liposinovic, Kondert, Köglberger, Sabetzer, Viehböck; TR: Bufka
Halbfinale:
LASK - ESV Admira Wien 2:1 (1:0)
LASK-Platz, 4.000, SR Kainer
Tore: 1:0 Köglberger (32.), 2:0 Chico (57.), 2:1 Kaltenbrunner (83.)
Aufstellung LASK: Kitzmüller; Trubrig, Pichler, Szabo, Blutsch, Sturmberger, Liposinovic, Chico, Köglberger, Sabetzer, Viehböck; TR: Bufka
Finale - Hinspiel:
1. Wiener Neustädter SC - LASK 0:1 (0:0)
Stadion Wr. Neustadt, 7.000, SR Schiller
Tor: 0:1 Chico (89.)
Aufstellung LASK: Kitzmüller; Trubrig, Pichler, Szabo, Blutsch, Sturmberger, Liposinovic, Chico, Köglberger, Sabetzer, Viehböck; TR Bufka
Finale - Rückspiel:
LASK - 1. Wiener Neustädter SC 1:1 (1:1)
LASK-Platz, 8.000, SR Wlachojanis
Tore: 1:0 Viehböck (10.), 1:1 Bierbaumer
Aufstellung LASK: Kitzmüller; Trubrig, Pichler, Szabo, Blutsch, Sturmberger, Liposinovic, Chico, Köglberger, Sabetzer, Viehböck; TR Bufka

Faksimile: OÖN
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