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2.2.2026

„Die Dramaturgie war unglaublich“

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Ein Abend, der noch lange für Gänsehaut im Lager der Schwarz-Weißen sorgen wird: Mit einer fulminanten 3:2-Aufholjagd feiert der LASK neben dem Derbysieg auch den Einzug ins Cup-Halbfinale.

„Es fühlt sich großartig an, gerade weil es ein Derby ist. Ich freue mich für Team und Stadt“, strahlte Doppelscorer George Bello im LASK-TV-Interview mit dem Linzer Flutlicht um die Wette. Bereits zum zweiten Mal bejubelt der US-Amerikaner einen Halbfinaleinzug mit den Athletikern. Für den Athletik-Sportklub ist es gar Semifinal Nummer sechs in den vergangenen acht Jahren.

Emotionen auf den Rängen und am Rasen

Bereits seit Tagen hing der Nebel namens „Derbyfieber“ über der Stahlstadt und das Kribbeln war förmlich zu spüren. Zwei Stunden vor Anpfiff traf sich der Linzer Anhang in der Fanzone zum kollektiven Stimmbänder-Warm-up, welches bis in den Kabinentrakt der Raiffeisen Arena hallte. Weniger Lärm machte dafür die Anfangshalbestunde der Schwarz-Weißen. Dahlqvist und Weissmann trugen sich in die Torschützenliste ein und sorgten für den frühen Rückstand. „Nach den ersten 30 Minuten hätten die wenigsten auf uns gesetzt, weil wir da vieles falsch gemacht haben“, brachte es Didi Kühbauer auf den Punkt.

Auch Sasa Kalajdzic wusste die Gegentreffer einzuordnen: „Es war ein maximal unglücklicher Start, die ersten 20 Minuten sind wir nicht ins Spiel gekommen, Blau-Weiß hat’s gut gemacht und uns keinen Raum gegeben.“ Kalajdzic war es aber, der mit seinem 1:2-Anschlusstreffer den Turnaround einleitete. Ein traumhafter Distanz-Schlenzer und zugleich LASK-Treffer Nummer einhundert in der Raiffeisen Arena fungierte als Mittel zum Zweck. „Es war ein sehr schönes Tor, ich bin, glaube ich, nicht dafür bekannt, aus der Weite mal abzuziehen. Das hat uns Auftrieb gegeben“, lässt er sein erstes Tor seit Februar 2024 – damals für Eintracht Frankfurt - nochmal Revue passieren. Seine Leistung wurde postwendend von den Fans mit dem „Player-of-the-match-Award“ honoriert.

Zwei Meter Omnipräsenz: Sasa Kalajdzic im Derby gegen Blau-Weiß Linz.

Die Aufholjagd stellte zwar kein Novum, aber eine Rarität dar. Einen Zwei-Tore-Rückstand holte der LASK zuletzt im März 2022 gegen Slavia Prag in der Conference League auf. In der Startelf stand damals Sascha Horvath, der am Freitag George Bello zum 2:2-Ausgleich assistierte. „Es ist schön, dass ich meinen Teil dazu beitragen konnte“, sagte der umtriebige Linksverteidiger. Das letzte Umwandeln eines 0:2-Rückstands in einen Sieg glückte zuletzt vor über zehn Jahren. In der ersten Cup-Runde gegen den SC/ESV Parndorf gewannen die Athletiker schlussendlich mit 7:2. 

Vier Treffer weniger, aber nicht minder emotional war der dritte Streich am Freitag. Kalajdzics Pass auf Moses Usor füllte so einige Phrasenschweine der österreichischen Sportredaktionen. „Schmankerl, Traumpass oder Zuckerpass“, könnte man den Assist betiteln, den Usor perfekt mitnahm, den gegnerischen Schlussmann umkurvte und die Raiffeisen Arena in ein Tollhaus verwandelte. Usors Siegtreffer untermauerte den sechsten Halbfinaleinzug in acht Jahren und den dritten Derbysieg in der laufenden Saison. „Die Dramaturgie war unglaublich“, brachte es Didi Kühbauer auf den Punkt.

Der Moment des Abends: Moses Usor umkurvt Blau-Weiß-Schlussmann Mantl.

Um das Klagenfurt'sche Ticket zu lösen, bedarf es erneut einer Teamleistung. Am 3./4./5. März geht es für den LASK halbfinalbedingt nach Ried. „Ein emotionales, enges und intensives Spiel“, erwartet sich Cheftrainer Kühbauer, der vereinsübergreifend zehn Cupspiele in Folge gewonnen hat.

Cheftrainer Didi Kühbauer herzt den Goldtorschützen.

Die Highlights vom Spiel