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1.6.2026

Die märchenhafte Reise von der Hohen Warte bis Favoriten

Hohe Warte, 26. Juli 2025. Ausgerechnet dort, wo der LASK 65 Jahre zuvor den bis dato letzten großen Titel gefeiert hatte, begann eine letztlich geschichtsträchtige Saison. Zu diesem Zeitpunkt wäre ein mögliches Double wohl ins Reich der Fabel verwiesen worden. Ausgang bekannt. Die Geschichte einer märchenhaften Reise.

26. Juli 2025, ÖFB Cup, 1. Runde: Wiener Sport-Club - LASK 0:4 (0:4)
Ein durchaus vielversprechender Beginn im Traditionsduell auf der Hohen Warte gegen Regionalligist Wiener Sport-Club. Der LASK wirft die Tormaschine an, führt nach 27 Minuten bereits mit 4:0 und zieht locker in die zweite Cup-Runde ein. 

01. August 2025, Bundesliga, 1. Runde: LASK - SK Sturm Graz 0:2 (0:2)
Weniger erfolgreich verläuft der Bundesliga-Auftakt für die Mannschaft des damaligen Cheftrainers Joao Sacramento. Der Titelverteidiger zeigt den Athletikern die Grenzen auf, ein Doppelschlag in der Anfangsphase entscheidet das Match in der Raiffeisen Arena zugunsten der Grazer. 

30. August 2025, Bundesliga, 5. Runde: LASK - SV Ried 1:3 (0:2)
Es beginnt zu kriseln. Das 1:3 im OÖ-Derby gegen die SV Ried trotz eines Chancenwuchers bedeutet die vierte Saisonniederlage im fünften Meisterschaftsspiel. Droht womöglich erneut eine Saison in der Qualifikationsgruppe? 

21. September 2025, Bundesliga, 7. Runde: LASK - FC Blau-Weiß Linz 2:0 (0:0)
Geht doch! Riesenerleichterung herrscht nach dem zweiten Saisonsieg, diesmal gegen den Stadtrivalen. 18.134 Fans in der Raiffeisen Arena sehen einen verdienten Erfolg des LASK, den die Joker Christoph Lang und Krystof Danek erst in den Schlussminuten fixieren. „Es ist enorm viel Druck abgefallen. Wir hatten in den letzten Wochen einen großen Rucksack oben, den konnten wir mit dem Sieg heute abwerfen“, jubelt Lang. 

05. Oktober 2025, Bundesliga, 9. Runde: LASK - TSV Hartberg 3:3 (0:1)
Trotz des Derbysieges trennen sich zwei Tage später die Wege von Joao Sacramento und dem LASK. Unter Interimscoach Maximilian Ritscher bläst die Mannschaft beim 3:3 gegen den TSV Hartberg zu einer nie dagewesenen Aufholjagd. Bis zur 89. Minute mit 0:3 zurück, holen die Linzer als erstes Bundesliga-Team trotzdem noch einen Punkt. 

Hier begann die Reise: Auf der Hohen Warte setzten sich der spätere Cup-Torschützenkönig Samuel Adeniran und der LASK zum Pflichtspielauftakt gegen den Wiener Sport-Club mit 4:0 durch.

19. Oktober 2025, Bundesliga, 10. Runde: SK Rapid - LASK 0:2 (0:2)
Mit der Rückkehr von Didi Kühbauer als Cheftrainer des LASK beginnt eine neue sportliche Zeitrechnung. Der Burgenländer übernimmt die Truppe auf dem elften und vorletzten Tabellenplatz - und rollt das Feld von hinten auf. „Der Trainer hat zu uns gesagt: ‚Lasst die Vergangenheit Vergangenheit sein, richten wir den Fokus nach vorne und zeigen wir, dass der LASK eine super Mannschaft ist‘“, schildert Samuel Adeniran. Der 2:0-Auswärtserfolg in Wien Hütteldorf bildet den Startschuss für eine schier undenkbare Aufholjagd. 

01. November 2025, Bundesliga, 12. Runde: FC Blau-Weiß Linz - LASK 0:1 (0:0)
30 Jahre hat der LASK kein Bundesliga-Auswärtsspiel beim Linzer Stadtrivalen für sich entschieden. Auch das ändert sich unter Trainer Kühbauer, der den vierten Pflichtspielerfolg seiner Truppe in Folge ohne Gegentor bejubelt. Samuel Adeniran erzielt das Goldtor und lässt den LASK wieder auf die Meistergruppe hoffen. 

13. Dezember 2025, Bundesliga, 17. Runde: GAK - LASK 1:2 (1:2)
Kühbauer sprengt beim LASK einen Rekord nach dem anderen. Als erster Trainer gewinnt er die ersten vier Spiele seiner Amtszeit ohne Gegentor und bleibt sechsmal in Folge siegreich. Mit dem abschließenden 2:1 beim GAK bleiben die Athletiker zum insgesamt zehnten Mal in Serie ungeschlagen und überwintern angesichts des Starts sensationell auf Rang zwei. 

Der Wendepunkt: Mit dem Comeback von Cheftrainer Didi Kühbauer beim 2:0 gegen Rapid kam der Linzer Erfolgszug ins Rollen.

30. Jänner 2026, ÖFB Cup, Viertelfinale: LASK - FC Blau-Weiß Linz 3:2 (1:2)
Nichts für schwache Nerven ist der Frühjahrsauftakt, der sogleich in Form eines erneuten Linzer Stadtderbys begangen wird. Nach frühem 0:2-Rückstand steht der LASK mit dem Rücken zur Wand, angetrieben von den knapp 17.500 Fans in der Raiffeisen Arena drehen die Schwarz-Weißen das Match durch ein Traumtor von Sasa Kalajdzic, George Bello und Moses Usor. Am Ende stehen der dritte Derbysieg der Saison gegen Blau-Weiß sowie der sechste Halbfinaleinzug in acht Jahren zu Buche. 

22. Februar 2026, Bundesliga, 20. Runde: LASK - RB Salzburg 1:5 (1:3)
Eine Woche nach dem Last-Second-Ausgleich in Ried muss der LASK im 13. Bewerbsmatch unter Coach Kühbauer die erste und zugleich höchste Niederlage hinnehmen. Mitentscheidend ist ein früher Doppelschlag der Salzburger in der Anfangsphase. Der mögliche Sprung an die Tabellenspitze bleibt aus. „Auch aus solchen Niederlagen müssen wir lernen“, sagt der LASK-Trainer. 

1. März 2026, Bundesliga, 21. Runde: FK Austria Wien - LASK 2:2 (0:1)
Was nach neun Runden utopisch wirkte, ist nun vollbracht: Der LASK qualifiziert sich zum sechsten Mal in acht Jahren für die Bundesliga-Meistergruppe. Das 2:2 bei der Wiener Austria, bei dem erst ein später Elfmeter den Sieg verhindert, genügt, um einen Spieltag vor dem Ende des Grunddurchganges das Ticket zu lösen. „Das war unser großes Ziel. Wenn wir uns zurückerinnern, hätten nicht viele gedacht, dass wir das noch so souverän schaffen. Wir sind sehr glücklich darüber“, sagt Torhüter Lukas Jungwirth. 

18. März 2026, ÖFB Cup, Halbfinale: SV Ried - LASK 1:2 n.V. (1:1, 1:1, 0:0)
Klagenfurt, wir kommen! In einem hochemotionalen Cup-Krimi behält der LASK im OÖ-Derby in Ried nach nebelbedingter Absage im zweiten Anlauf die Oberhand. Auch, weil Samuel Adeniran die Rieder Führung postwendend egalisiert und ein Treffer der Innviertler in der Nachspielzeit wegen einer Abseitsstellung nicht zählt. Joker Lukas Kacavenda katapultiert die Athletiker schließlich in der Verlängerung erstmals seit fünf Jahren und zum siebenten Mal in der Vereinsgeschichte ins Finale. 

Zwei Cup-Krimis gegen Blau-Weiß Linz und die SV Ried führten Moses Usor und Co. ins Finale nach Klagenfurt.

22. März 2026, Bundesliga, 24. Runde: SK Rapid - LASK 4:2 (2:1)
Der Start in die Meistergruppe verläuft nicht nach Wunsch. Nach dem torlosen Remis gegen Hartberg muss der LASK in Hütteldorf trotz des Treffers von Samuel Adeniran nach 31 Sekunden die zweite Niederlage der Ära Kühbauer II hinnehmen, mit der man vorerst auf Zwischenrang fünf zurückfällt. 

10. April 2026, Bundesliga, 26. Runde: RB Salzburg - LASK 2:3 (1:1)
Diese Mannschaft scheint heuer nichts mehr aus der Bahn zu werfen. Eine Woche nach der 4:1-Gala gegen die Wiener Austria entführen die Athletiker auch aus Salzburg drei Zähler. Und wieder einmal beweist die Truppe dabei unfassbare Mentalität: Ausgleich Salzburg in der Nachspielzeit, den Sieg vermeintlich aus der Hand gegeben - dann schlägt Xavier Mbuyamba in Minute 95 zu. Bahnt sich heuer tatsächlich der ganz große Coup an? Tore im Finish sind übrigens keine Seltenheit: 14-mal netzen die Linzer ab der 76. Minute, das bedeutet Liga-Bestwert. 

26. April 2026, Bundesliga, 29. Runde: TSV Hartberg - LASK 1:5 (0:2)
Erstmals seit Gründung der Bundesliga 1974/75 klettert der LASK zu einem so späten Zeitpunkt an die Tabellenspitze. Und zwar dank des höchsten Saisonsieges, bei dem allen voran Sasa Kalajdzic im Mittelpunkt steht. Nicht zuletzt wegen seines Traumtores in der Nachspielzeit aus über 50 Metern, mit dem der ÖFB-Teamstürmer den Endstand herstellt - und den LASK plötzlich in die Pole Position im Titelrennen ballert. 

1. Mai 2026, ÖFB Cup, Finale: LASK - SCR Altach 4:2 n.V. (2:2, 2:2, 1:2)
Das jahrzehntelange Warten hat ein Ende: 61 Jahre nach dem Cup-Titel 1965 wandert die Trophäe wieder ins schwarz-weiße Linz. Mehr als 15.000 Fans peitschen die Mannschaft im Klagenfurter Wörthersee Stadion zum Sieg. Auf dem Weg dorthin müssen die Protagonisten einmal mehr einige Hürden überwinden, wie einen zweifachen Rückstand oder zwei Abseitstore. Doch die Athletiker trotzen allen Widerständen und lassen sich auf ihrem Triumphzug durch nichts aufhalten. „Dieses Gefühl kann man nicht beschreiben, es gibt nichts Schöneres. Es ist eine unglaubliche Geschichte, wenn man nach so langer Zeit wieder einen Titel gewinnt. Dieser Titel ist auch für unsere Fans, die immer hinter uns gestanden sind“, strahlt mit Didi Kühbauer der Vater des Erfolgs. 

61 Jahre nach dem bis dato letzten Titel stemmte Kapitän Sascha Horvath am 1. Mai in Klagenfurt wieder eine Trophäe für den LASK in den Himmel.

10. Mai 2026, Bundesliga, 31. Runde: LASK - RB Salzburg 2:1 (2:0)
Der LASK-Express rollt unwiderstehlich weiter. Sieg nach Rückstand gegen Rapid drei Tage nach dem Cupfinale, am vorletzten Spieltag gastiert RB Salzburg in der Raiffeisen Arena. Die Linzer legen ihre gewohnte Heimstärke an den Tag, gewinnen erstmals in der RB-Ära zweimal hintereinander gegen Salzburg und feiern den zehnten Sieg vor eigenem Publikum, was Platz eins im Heimranking bedeutet. Eine vorzeitige Meisterparty weiß Verfolger Sturm im Parallelspiel zu verhindern. Doch der LASK hat vor der letzten Runde alles in eigener Hand. 

17. Mai 2026, Bundesliga, 32. Runde: FK Austria Wien - LASK 0:3 (0:1)
Der Kreis schließt sich, was auf der Hohen Warte begann, wird wenige Kilometer weiter in Wien-Favoriten vollendet. Xavier Mbuyamba, Samuel Adeniran und Melayro Bogarde schießen den LASK endgültig in den siebten Fußballhimmel. Um 16:18 Uhr wird der Traum zur Realität, der LASK krönt sich erstmals seit 61 Jahren zum österreichischen Meister. Unvorstellbare 2,33 Punkte pro Match fährt Didi Kühbauer in 27 Pflichtspielen mit seinem Team ein - der beste Schnitt eines LASK-Coaches mit mindestens zehn Partien. Alleine in der Meistergruppe sammelt man 21 Zähler, mehr glückten dem Klub seit Einführung der Ligateilung im oberen Play-off noch nie. Eine ausgelassene Party in der Fanzone der Raiffeisen Arena avanciert zum Schlusspunkt einer unvergesslichen Saison. 

In Wien-Favoriten vollendeten Sasa Kalajdzic, Melayro Bogarde, George Bello und die Athletiker das Meisterstück.

Wusstest du, dass...?

... der LASK die mit Abstand meisten Kopfballtore (13) der Bundesliga erzielte? 

... der LASK nach der Halbzeit mit 16 Gegentreffern die wenigsten in der Meisterschaft kassierte?

... der LASK das Fair-Play-Ranking in der Liga mit 58 Punkten deutlich vor RB Salzburg (68) gewann?

... der LASK nach 43 eingesetzten Spielern im Vorjahr (Höchstwert) heuer nur 24 Akteure (Tiefstwert) in der obersten Spielklasse aufs Feld schickte? 

... der LASK in der Bundesliga 14 unterschiedliche Torschützen stellte?

... der LASK mit 56 erzielten Ligatoren gemeinsam mit Salzburg die beste Offensive stellt? 

... der LASK mit 365 Torschüssen die meisten aller Bundesligisten abfeuerte? 

... der LASK in den ersten sieben Ligaspielen unter Didi Kühbauer siebenmal dieselbe Startelf aufs Feld schickte? 

... der LASK durch Moses Usor im Auswärtsderby gegen die SV Ried beim 1:1 nach 102:47 Minuten das späteste Tor der Bundesliga-Geschichte erzielte? 

... der LASK nach Führungen in insgesamt 16 von 17 Fällen punktete und 14-mal gewann? 

Rund zwei Wochen nach dem Cupsieg ließen die Athletiker den Meistertitel und damit das Double folgen.

Zahlen, Daten & Fakten

Gesamtbilanz: 23 Siege, 7 Remis, 8 Niederlagen, 73:47 Tore

Bilanz Bundesliga: 17 Siege, 7 Remis, 8 Niederlagen, 56:42 Tore (1.)
Heimbilanz: 10 Siege, 3 Remis, 3 Niederlagen, 28:23 Tore (1.)
Auswärtsbilanz: 7 Siege, 4 Remis, 5 Niederlagen, 28:19 Tore (4.) 
Bilanz Grunddurchgang: 11 Siege, 4 Remis, 7 Niederlagen, 32:30 Tore (3.)
Bilanz Finaldurchgang: 6 Siege, 3 Remis, 1 Niederlage, 24:12 Tore (1.)

Bilanz ÖFB Cup: 6 Siege, 0 Remis, 0 Niederlagen, 17:5 Tore

Meiste Pflichtspieleinsätze: 
1. Lukas Jungwirth, Kasper Jörgensen 38 - 3. Andres Andrade 36

Meiste Einsatzminuten:
1. Lukas Jungwirth 3.480 - 2. Andres Andrade 3.297 - 3. Kasper Jörgensen 3.296

Meiste Pflichtspieltore:
1. Moses Usor, Samuel Adeniran 15 - 3. Sasa Kalajdzic, Samuel Adeniran 7

Meiste Vorlagen:
1. Sasa Kalajdzic 11 - 2. Moses Usor 10 - 3. Sascha Horvath 7

Meiste Scorerpunkte: 
1. Moses Usor 25 - 2. Samuel Adeniran 20 - 3. Sasa Kalajdzic 18